Die Freiheit, die ich meine ist ein geschlechtssensibles Bildungs- und Empowerment-Projekt. Unsere Zielgruppe sind mehrheitlich muslimische Mädchen* und Jungen*, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind.
Zusätzlich haben wir Angebote für Eltern und bilden pädagogische Fachkräfte zu den Themen Islam und Antimuslimischer Rassismus im Schulkontext fort.
Workshopreihen mit Schülerinnen und Schülern

Wir bieten im Rahmen von Die Freiheit, die ich meine kostenlose geschlechtssensible Workshopreihen an Berliner Schulen an. Unser Ziel ist es, muslimischen und muslimisch gelesenen Mädchen* und Jungen* mit Migrationsgeschichte, ein positives Selbstwertgefühl zu vermitteln und sie bei ihrer Suche nach Identität und Zugehörigkeit zu unterstützen.
In unseren Workshops schaffen wir eine vertrauensvolle Atmosphäre, um über aktuelle Themen und Fragestellungen in Bezug auf Identität, Religion, Geschlecht und das gesellschaftliche Zusammenleben zu sprechen.
Themen der Workshopreihe
Identitätsbildung
Vorurteilsbewusstsein & Antidiskriminierung
Religionen & Vielfalt im Islam
Geschlechterrollen & -gerechtigkeit
Kinderrechte
Israel/Palästina
Klassismus
Politik & Partizipation
Die Lebenswirklichkeit sowie die eigenen Erfahrungen der Schüler*innen stehen im Mittelpunkt des Workshops. Wir regen Kennenlern-, Lern-, Selbstreflexionsprozesse an. Mit innovativen und interaktiven Methoden aktivieren wir alle Sinne und motivieren zum Mitmachen.
Gespräch mit Rolemodels
Regelmäßig laden wir auch positive Vorbilder aus Politik und Gesellschaft in unsere Workshops ein. Die meisten Rolemodels haben eine Migrationsgeschichte und können die aktuellen Herausforderungen der Jugendlichen leicht nachvollziehen. Die Jugendlichen freuen sich, interessante Persönlichkeiten außerhalb von Familie und Schule kennenzulernen.
Fortbildungsreihe für (Stadtteil-)Mütter und Väter

Stadtteilmütter gehen in die Familien vor Ort und haben direkten Zugang und Einfluss auf das soziale Umfeld von jungen Muslim*innen. Deshalb haben wir für Stadtteilmütter und auch für Väter in Berlin eine kostenlose Fortbildungsreihe zur politischen Bildung entwickelt, da wir sie als wichtige Multiplikator*innen ansehen. Die Fortbildung bieten wir auch für Eltern an, die regelmäßig Familienzentren in ihrem Kiez aufsuchen.
In mehreren Seminaren widmen wir uns ähnlichen Themen wie in der Workshopreihe für Schüler*innen: Vorurteile und Antidiskriminierung, Religionen, antimuslimischer Rassismus , Geschlechtergerechtigkeit, Kinderrechte und politische Teilhabe. Mit praktischen Übungen schärfen wir ihren Blick für gesellschaftliche Prozesse und stärken ihre Kompetenzen für ein demokratisches und friedliches Miteinander in der Schule und im Kiez. Am Ende erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat.
Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte

Unsere erfahrenen Bildungsreferent:innen bieten Fortbildungen zu den Themen Antimuslimischer Rassismus, Umgang mit Religiosität an Schule sowie für den Umgang mit dem Israel-Palästina-Konflikt in Klassen an. Mehr Informationen zu den Inhalten und Rahmenbedingungen finden Sie hier.
Veranstaltungen
Nachschau Fachaustausch „Männlichkeiten im Wandel“
Im Fachaustausch am 26.06.25 gab das Gesicht Zeigen!-Projekt “Die Freiheit, die ich meine” spannende Einblicke in die geschlechtersensible Arbeit und diskutierte mit weiteren Akteur:innen aus Wissenschaft und Praxis die Frage „Männlichkeiten im Wandel – Was braucht es, um das Potenzial von Jungen und Vätern für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu entfalten?“

Prof. Dr. Michael Tunc von der Katholischen Hochschule Berlin führte mit einem Vortrag in das Thema ein. Er hob hervor, dass negativ stereotypisierende Diskurse über junge Männer mit Migrationsbiografien häufig den Blick für die Verletzlichkeiten und Diskriminierungserfahrungen verdeckten. Für ein besseres Verständnis der Lebenssituationen brauche es kontextabhängige Betrachtungen, die die Spannungsverhältnisse von Benachteiligungen und Privilegierungen in den Mittelpunkt stellen. In Bezug auf und den Umgang mit Anforderungen an Männlichkeit, stellte Michael Tunc fest, dass viele junge Männer sowohl Bezüge zu traditionellen als auch modernen Werten und Anforderungen herstellten. Für die pädagogische Praxisarbeit leitete Tunc daraus ab, dass es sich immer um „Balance-Akte“ handele, die zwischen kritischer und empowernder Reflexionsarbeit praktiziert werden müssten, und in denen kritische Selbstreflexion innerhalb der Arbeit unerlässlich sei.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Michael Tunc, Henrike Genzel (Ganztagskoordinatorin an der Ferdinand-Freiligrath-Schule), Anand Subramanian (Bildungsreferent im Projekt „Die Freiheit, die ich meine“) und Emine Yilmaz (Leiterin des Dütti-Treffs) wurde der Blick in die Arbeit mit Jugendlichen vertieft, aber auch ein Blick in die Arbeit mit Vätern geworfen. Die Podiumsdiskussion verdeutlichte, wie wichtig eine kritische Empowerment-Arbeit mit jungen Männern ist, und wie sehr es noch an entsprechenden Angeboten mangelt. Auch für Männer und Väter ist eine bedarfsorientierte und lebensnahe Arbeit wichtig, von der wiederum auch Frauen und Mütter profitieren können. Dies zeigte sich exemplarisch am Beispiel einer Vätergruppe von Anand Subramanian und Maximilian Schneider des Projekts “Die Freiheit, die ich meine” an einem Stadtteilzentrum. Nach der Workshopreihe zeigten sich einige Väter zum Beispiel deutlich offener, wenn es um die Übernahme der Kinderbetreuung ging.
Weitere kurze Projekt-Slots ergänzten die pädagogische Praxis. Till Dahlmüller und Noel Özdem stellten das Projekt „Caring Masculinities in Action“ (CarMiA) vor. Junge Männer zwischen 18-22 Jahren wurden über 2 Jahre zu „peer-to-peer-Trainern“ ausgebildet. Der Fokus lag darauf, jungen Männern einen Zugang zu einem reflektierten Umgang mit ihrer Männlichkeit zu ermöglichen, der positive und fürsorgliche Umgangsformen mit sich selbst und anderen als Handlungsoptionen greifbar macht.
Tayfun Guttstadt stellte das Projekt „Heroes“ vor, das an Schulen in Berlin, Hessen und Bayern tätig ist. Die „Heroes“ setzen sich mit patriarchalen Konzepten innerhalb der Gesellschaft auseinander und ermöglichen Jugendlichen eine kritische Reflexion auf Männlichkeiten, Weiblichkeiten, die damit verbundenen Anforderungen und den Begriff der „Ehre“.
Natürlich durften beim Thema Geschlechtergerechtigkeit die Mädchen nicht fehlen. Gonca Monypenny und Katrin Benzenberg vom Projekt „Die Freiheit, die ich meine“ stellten interaktive Methoden wie das „Gender-Barometer“ vor und machten deutlich, wie gut sich Jungen- und Mädchenarbeit ergänzen können.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Reina-Maria Nerlich.
Kontakt und Team

Tel: 030 – 3030 808 21
E-Mail: freiheit@gesichtzeigen.de
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