Das ist 7xjung
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz fasst unsere Ausstellung so zusammen:
„7xjung ist eine Ausstellung, die etwas Erstaunliches leistet: Sie macht staatliche Willkür, öffentliche Diskriminierung, Terror und Vertreibung persönlich erfahrbar und veranschaulicht damit auf beispielhafte Weise die Merkmale einer Diktatur.
Was wäre, wenn ich plötzlich fliehen müsste, nur weil mein Vater einer bestimmten Partei angehört? Was wäre, wenn man mich verhaften würde, weil ich der Meinung bin, dass alle Menschen die gleichen Rechte verdienen? Was wäre, wenn ich nicht mehr meine Lieblings-Musik hören dürfte, weil diese als „undeutsch“ gilt, und wenn ich nicht länger mit meinem besten Freund auf einer Parkbank sitzen dürfte, weil er einer anderen Religion angehört?
Dies sind nur einige der Fragen, die beim Betrachten der Ausstellung 7 x jung aufkommen, indem sie deutsche Geschichte mit der gegenwärtigen Realität heutiger Jugendlicher verknüpft.
Aufgeteilt ist die Ausstellung in sieben Themenbereiche, mit denen sich Jugendliche identifizieren können: Mein Zimmer, meine Familie, mein Laden, meine Papiere, mein Sport, meine Stadt, meine Musik. In großzügigen, unaufdringlichen und interaktiv erfahrbaren Räumlichkeiten werden jugendliche Realitäten präsentiert und der Geschichte gegenübergestellt.
Wer versucht zu verstehen, was es bedeutet, wenn die Gestapo ohne Vorankündigung die eigene Wohnung durchsuchte, der stelle sich sein eigenes Zimmer vor, das von unten bis oben auf den Kopf gestellt und zerstört wurde: Der Bereich „Mein Zimmer“ zeigt ein zeitgenössisches Kinderzimmer mit aufgeschlitztem Federbett, heruntergerissenen Postern, achtlos zerstörten Habseligkeiten, die Jugendlichen am Herzen liegen.
Diese fiktiven Schicksale werden den tatsächlichen Schicksalen der Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus gegenübergestellt. Mit Video, Audio, Bildern und Texten werden Ausschnitte aus dem Leben von Zeitzeugen präsentiert, die in ihrer Kindheit und Jugend plötzlich ohne ein Familienmitglied auskommen mussten, weil dieses verhaftet wurde, die nicht mehr ihr Lieblingscafé besuchen durften, weil es von Juden betrieben wurde, die aus dem Sportverein geschmissen wurden, weil sie selbst Juden waren.
Diese Themen werden wiederum mit dem aktuellen Leben heutiger Jugendlicher in Berührung gebracht. Dabei gelingt es den Kuratoren, durch die zeitgenössische und bunte Gestaltung der Räume optisch eine jugendliche Leichtigkeit zu erzeugen, die das plötzliche Einbrechen von staatlichem Terror, Ausgrenzung und Schikane durch den Kontrast nur umso spürbarer macht. [...]“
Neugierig geworden? Unser Katalog ist als pdf für Sie abrufbar - keine Sorge, er ist genauso bunt, wie unsere Ausstellung und es lässt sich selbst am Bildschirm herrlich in ihm blättern und stöbern! Sie finden alle Informationen zur Ausstellung, zu den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern, zu den pädagogischen Programmen, zu Filmen, Zeitzeugen, Unterstützern, Recherchen oder Bildrechten. Einfach runterladen und genießen!

